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Symphonic Shades - Hülsbeck in Concert :: Rezension Chris

Symphonic Shades - Hülsbeck in Concert Albumtitel: Symphonic Shades - Hülsbeck in Concert
Label: synSONIQ Records
Katalognummer: HCD10
Veröffentlichungstermin: 17. Dezember 2008; May 20, 2009
Bezugsmöglichkeit: Kaufen Sie an MAZ Sound Tools

Überblick

Am 23. August 2008 ehrte Symphonic Shades — Hülsbeck in Concert die Musik von Chris Hülsbeck, einem legendären Spielekomponisten aus der Ära der Commodore 64 und Amigas. Zwei Konzerte fanden in Köln statt, von Produzent Thomas Böcker initiiert und organisiert, der sich bereits durch die Leipziger Spielemusikkonzerte einen Namen gemacht hat. Böcker wollte damit dem Menschen Tribut zollen, dessen Musik ihn durch seine Kindheit und Jugend begleitet hatte. Und so leitete er Jonne Valtonen an, für das Konzert 14 repräsentative Titel aus Hülsbecks Karriere zu arrangieren und orchestrieren. Die Auswahl reichte von Klassikern wie The Great Giana Sisters und Turrican II hin zu unbekannteren Stücken wie Tower of Babel und Licht am Ende des Tunnels. Ähnlich breit gefächert war die Art und Weise, wie an die Arrangements herangegangen wurde. Dadurch entstand ein farbenreiches und emotionales Erlebnis inmitten der einmaligen Orchesterkulisse. Unter der Leitung des vielfach ausgezeichneten Amerikaners Arnie Roth wurden Valtonens Partituren vom hervorragenden wie gleichermaßen erfahrenen WDR Rundfunkorchester Köln, dem FILMharmonischen Chor Prag und mehreren Solisten aufgeführt. Nach dem glänzenden Erfolg der Konzerte — auf kommerzieller wie kritischer Ebene — wurde Symphonic Shades in einer limitierten Auflage auf CD veröffentlicht. Das Album bietet ein überragendes musikalisches Erlebnis sowohl für Fans melodischer Spielemusik als auch für Menschen, die ausgereifte Orchesterproduktionen zu schätzen wissen.

Hauptteil

Symphonic Shades — Hülsbeck in Concert wird mit einer eindrucksvollen Fanfare eröffnet, die auf dem Titelthema des Spiels Grand Monster Sla basiert. Das ausgeklügelte Arrangement im Stile John Williams präsentiert eine Folge von Blechstößen und eine zunehmend kunstvollere Ausgestaltung in den Holzbläsern. Das Zusammenspiel ist komplex, trotzdem agieren die zahlreichen Blechinstrumente perfekt synchron miteinander. Auf der CD ist das ein erster Beweis für das technische Können und den lebendigen Klang des WDR Rundfunkorchesters unter der Leitung von Arnie Roth. Der anspruchsvolle Charakter von Symphonic Shades wird durch weitere Kompositionen betont, die sich an Filmmusik orientieren: Obwohl es sich bei Tower of Babel um ein frühes Stück aus Hülsbecks Karriere handelt, kommt es als brillante Komposition von Action-Musik daher. Die orchestrale Fassung bleibt nahe am Original, während sie sich zugleich die Kraft und Komplexität des Orchesters zu Nutzen macht. Im Kontrast dazu fängt R-Type mit einer allmählichen Entwicklung der Melodie und herrlichem Einsatz des Chors den Geist alter Hollywood-Abenteuer ein. Noch denkwürdiger ist das von Hans Zimmer inspirierte Tunnel B1, das Valtonen für das Orchester spielbar macht, ohne dabei den Charakter des Originals zu verfälschen. Rony Barraks Darbuka-Darbietung inklusive seiner umwerfenden Solo-Einleitung verleiht dem Titel den nötigen schlagenden Druck und eine Brise Ethno-Würze.

Mit seinen ehrgeizigen Ideen stellt Valtonen sicher, dass Symphonic Shades eine abwechslungsreiche, aber trotzdem zusammenhängende Hörerfahrung bleibt. Das Titelthema aus X-Out präsentiert den FILMharmonischen Chor Prag, der in Verbindung mit moderner Orchestrierung echte lateinische Texte interpretiert. Während sich das Stück durch verschiedene Sektionen bewegt, ändert sich die Darbietung von eindringlich zu bezaubernd und wild. Valtonens Umgang mit dem Chor ist stets exzellent und erfrischend, speziell die Verwendung von unverbrauchten Klängen wie bedrohlichem Zischen und elektrisch anmutender Artikulation. Gem'X ist eines der intellektuell erfüllendsten Arrangements, da es von minimalistischen Kompositionen inspiriert wurde. Zahlreiche Takte wurden manipuliert und zusammengefügt, um Polyrhythmen und ungewöhnliche Harmonien zu erzeugen. Der heitere und meditative Klang wird durch verschiedene Fragmente der Melodie komplettiert, die kontinuierlich von den Streichern und dem Blech wiedergegeben werden. Selbst innerhalb der Arrangements zeigt sich eine beeindruckende Vielfalt aufgrund der verschiedenen Sektionen und Themen, die herausgestellt werden — ob nun der lyrische, besinnliche Streicher-Teil im Zwischenspiel der Eröffnungsfanfare, der herrliche dramatische Wechsel in der zweiten Hälfte von X-Out oder die einfühlsame Interpretation des Credits-Themas in der Turrican 3-Pianosuite.

Thomas Böcker gönnte sich den Luxus, zwei japanische Sega-Legenden einzuladen, um jeweils einen Titel für die erste Hälfte des Konzerts zu arrangieren. So wandelte Yuzo Koshiro das rockige Hauptthema aus Jim Power in Mutant Planet in ein abwechslungsreiches und fließendes orchestrales Gebilde um. Er mischt impressionistische mit barocken Einflüssen und verwendet blechdominante Passagen, die an ActRaiser erinnern, aber dennoch nahe an der Struktur des Originals bleiben. Gleichwohl wurde das Arrangement von Jonne Valtonen orchestriert und bleibt damit genauso technisch beeindruckend und weich ins Programm eingebettet wie der Rest der Konzerttitel. Takenobu Mitsuyoshis Apidya II ist auch prächtig, aber hauptsächlich aufgrund seiner thematischen und emotionalen Vielfalt. Es geht von einer fröhlichen Interpretation des bekannten Hauptthemas in einen Action-Teil über, mit imponierendem Blech und epischem Chorteil in japanischer Sprache. Eine weitere ´┐Żberraschung ist die zweite Hälfte mit einem triumphalen Horneinsatz, der nach Befreiung klingt, und choralen Interpretationen des entzückenden Schlussthemas. Diese Suite stellt sich als eine der am überzeugendsten ausgearbeiteten Suites aller Spielemusikkonzerte heraus — die ´┐Żbergänge sind musikalisch elegant und zugleich geführt von starken menschlichen Gefühlen. Dies gilt auch für alle anderen Arrangements und hilft Symphonic Shades, sich von anderen Konzertproduktionen abzuheben.

Auf einem Kurzfilm basierend, bietet Licht am Ende des Tunnels einen außergewöhnlichen Kontrast zum Rest des Konzertmaterials. Der größte Teil des Arrangements stellt wunderschön gespielte Soli von Cello und Violine in den Vordergrund, die eine Gefühlswelt einer Person erforschen, welche plant, sich das Leben zu nehmen. Es gibt verschiedene Sektionen, die versuchen auszubrechen und zu wachsen — letztlich aber zu einer einsamen Melodie im Wind vermindert werden. Im Gegensatz dazu beschäftigt sich das Stück, das dem Konzert seinen Titel gibt, mit der ersten bekannten Komposition Chris Hülsbecks — das einprägsame, verschrobene und an die 80er erinnernde Shades. Einmalige Extras wie durch Heimcomputer inspirierte kurze Ladepausen, triumphierende Schlagzeug-Beats und sogar ein Hauch liebevoll eingesetzter C64-Synthesizer-Klänge markieren ein passendes und quirliges Tribut. Dennoch signalisiert der bittersüße Ton von Shades das nahende Ende des Konzerts. Chris Hülsbeck komponierte einen Titel speziell für Symphonic Shades, nämlich Karawane der Elefanten. Dieser zeichnet sich durch einen einmaligen arabischen Stil aus und weckt das amüsante Bild einer Herde marschierender Elefanten, während er verschiedene thematische und stilistische Fäden des Konzerts miteinander verknüpft. Das Stück ist von zentraler Wichtigkeit im Konzertprogramm und wird von vielen Fans geschätzt.

Die Interpretation von The Great Giana Sisters gerät sogar noch spektakulärer als alle anderen Titel des Albums. Ähnlich wie Apidya II regt es die Zuhörer an, die Spielerfahrung auf musikalische Weise zu durchleben, indem es die wichtigsten Melodien in einer Serie von emotional kontrastierenden Abschnitten präsentiert. Es gibt eine mysteriös anmutende Klaviereinleitung, eine Reihe erheiternder Orchesteranstiege, verrückte Übergänge, um die Spielerfahrung zu zeigen — und überraschenderweise einige sehr eingängige Jazzteile. Sogar Insidergags schafften es ins Arrangement, wie etwa ein kurzes Zitat aus Indiana Jones am triumphalen Ende des Stücks. Dieser Titel hat einfach alles! Die Interpretation von Turrican II ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das ausgeklügelste Stück Spielemusik, das jemals geschrieben wurde. Das achtminütige Klavierkonzert präsentiert bekannte Themen aus dem Spiel in verschiedenen musikalischen Epochen. Das Arrangement bewegt sich von einer apokalyptischen romantischen Einleitung über impressionistische, neoklassizistische und klassische Sektionen den ganzen Weg bis hin zu einem Mahlerischen Finale. Sowohl Arrangement als auch die Aufführenden überzeugen in jeder Sektion. Außerdem sind die Übergänge einwandfrei gestaltet, wodurch das Stück alles in Form eines superben dramatischen Bogens vereint. Valtonen erreicht hier mehr, als bloß die Zuhörer zu begeistern — er erschafft ein legitimes musikalisches Meisterwerk.

Das Album offeriert ein besseres Hörerlebnis im Vergleich zur Radioübertragung und sogar den Live-Konzerten selbst. Unter Leitung von Chris Hülsbeck wurde die CD meisterhaft gemischt und gemastert, um einen kristallklaren Studioklang zu erzielen. Abgesehen vom respektvollen Applaus am Ende dreier Stücke ist das Publikum während der gesamten Aufnahmen praktisch nicht zu hören. Obwohl das meiste Material aus dem ersten exzellenten Konzert stammt, wurden für die CD zudem die besten Einspielungen aus beiden Veranstaltungen und den finalen Proben ausgewählt. Während des zweiten Konzerts aufgenommen, kommt die Eröffnungsfanfare mit schnellerem Tempo daher. Dadurch erzielt das Arrangement gleich zu Beginn eine stärkere Wirkung und Dynamik, als in der Radioübertragung zu hören war. Turrican 3 bietet eine Studioaufnahme von Benyamin Nuss mit dem oftmals harten und roboterhaften Klang, den Valtonen ursprünglich beabsichtigte. Desweiteren ist die Präsentation des Booklets sehr gelungen: im eleganten schwarzen Design zeigt es die Illustration eines dirigierenden Turricans, der von Hitoshi Ariga gestaltet wurde. Dazu gibt es ein aufschlussreiches Interview mit Chris Hülsbeck und mehrere Fotos des Konzerts. Sogar ohne diese Boni ist Symphonic Shades stets eine unterhaltsame und faszinierende Erfahrung, die man gerne wieder und wieder macht.

Zusammenfassung

Kurz und knapp, Symphonic Shades — Hülsbeck in Concert ist das beste Album mit orchestraler Spielemusik, das jemals produziert wurde. Die anspruchsvollen Arrangements und die fehlerfreien Darbietungen bieten unvergessliche Melodien, originelle Stile und starke Gefühle. Das Album wird die Erwartungen von Chris Hülsbeck-Fans übertreffen, die seine großartigen Melodien und Klassiker von einem Orchester aufgeführt hören möchten. Es wird auch die Zuhörer beeindrucken, die seine Musik bisher nicht kannten, die aber ausgezeichnete Orchestermusik mögen — sogar elitäre Kritiker orchestraler Musik, die Spielemusik normalerweise mit Missachtung strafen. Die CD-Aufnahme entschädigt natürlich nicht dafür, beim eigentlichen Konzert gefehlt zu haben, denn sie kann die phänomenale Atmosphäre und visuelle Erfahrung in Köln nicht vollständig wiedergeben. Dennoch präsentiert das wunderschöne Gesamtpaket die maßgeblichen Darbietungen von Valtonens unfassbaren Arrangements und bietet eine Möglichkeit, sie wieder und wieder zu erleben. Dies wird für Konzertbesucher nostalgisch sein, für die in Köln Fehlenden aufschlussreich — und generell immer ein Vergnügen, die Konzerte wieder zu entdecken. Das Album wird nur in einer limitierten Auflage produziert, weswegen es wichtig ist, so schnell wie möglich zuzuschlagen. Schlicht und ergreifend: eine durchweg perfekte Produktion.

Gesamtnote: 10/10